Andacht 15.02.2024
„Wenn jener Verwalter aber unzuverlässig ist und im Stillen denkt: Ach was, es dauert bestimmt noch lange, bis mein HERR kommt, und er fängt an, die anderen Diener zu prügeln, sich den Bauch vollzuschlagen und Trinkgelage zu veranstalten, dann wird die Rückkehr seines HERRN ihn völlig überraschen. Denn sein HERR kommt, wenn er nicht damit rechnet.“
(Matth. 24, 48-50)
Stichwort Naherwartung. Eine unglaublich traurige Bilanz. Warum? Nun, in nahezu allen Kirchen/Gemeinden (vorausgesetzt man glaubt noch an die Wiederkunft) hört man immer wieder: „Wir wissen nicht wann Jesus kommt……..es kann Jahrzehnte oder noch länger dauern usw.“
OK. Bin einverstanden mit der Tatsache dass niemand es weiß. Doch darum geht es gar nicht. Hinter Aussagen dieser Art, steckt nämlich oft (nicht immer) ein verborgener, trauriger Grund. Wie ist das zu verstehen?
Nehmen wir mal ein Beispiel:
Du hast deinen Sommerurlaub vor einiger Zeit gebucht. Diesmal ist es etwas ganz besonderes. Du fliegst an einen traumhaften Ort wo du noch nie gewesen bist.
Der Frühling befindet sich gerade im Begriff den Winter abzulösen……..und du weißt dass es bis zum Sommer nicht mehr lange hin ist. Du kannst ihn schon förmlich riechen, und fieberst dem Tag mit unglaublichem Enthusiasmus und voller Freude entgegen. Du warst schon in sämtlichen Läden um dir die Sachen dafür zu besorgen. Vielleicht eine Schnorchelausrüstung, eine schöne neue Strandmatte, einen Sonnenhut……was auch immer. Du erzählst es jedem den du kennst und freust dich wie ein kleines Kind.
„……denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund!“ (Lukas 6,45)
Was ist der Grund dass du es kaum erwarten kannst? Ich denke das dürfte uns klar sein.
Wie ist es aber mit Jesu Wiederkunft? Fiebern wir diesem Tag auch mit solch freudigem Enthusiasmus entgegen……oder eher nicht? Wie würde sich das bemerkbar machen falls ja? Würden wir uns nicht vorbereiten? Also ein „Schnorchel“ besorgen……..eine neue „Strandmatte“……..einen schönen „Sonnenhut“ usw.
Würden wir es nicht jedem erzählen……..oder zumindest so leben, dass es niemanden gibt dem es nicht auffallen würde?
Nun, ich denke wir haben verstanden. Doch leider haben an dieser Stelle viele Kirchen/Gemeinden „versagt.“ Wo wird noch die Naherwartung mit solch freudiger Hoffnung und ungetrübter Zuversicht gepredigt?
Kann es sein, dass hinter der oben genannten Aussage (niemand weiß Tag und Stunde seiner Wiederkunft) weniger die Absicht die Bibel zu zitieren steckt, als vielmehr der Wunsch dass Jesus so lange wie möglich fernbleiben soll, damit ich meine Ziele hier auf Erden verwirklichen kann?
„Jesus, du kannst gerne wiederkommen……..aber bitte nicht so schnell. Ich möchte noch eine Familie gründen…….ich möchte unbedingt noch eine große Kreuzfahrt in der Karibik machen………ich möchte auf jeden Fall noch mein Studium der Rechtswissenschaften abschließen, um meinen lang gehegten Kindheitstraum – nämlich Anwalt zu werden – zu verwirklichen usw.
Mein Freund, ganz unabhängig WANN Jesus genau wiederkommt…….lass es zu…….nein…..vielmehr bitte den HERRN, es zu deiner größten Sehnsucht zu machen. Bereite dich vor – und fiebere IHM freudig entgegen – nicht den Dingen dieser Welt. Es geht nicht primär um den Zeitpunkt seiner Wiederkunft…….sondern vielmehr um unsere Haltung dazu. Die Haltung zeigt an, WAS in meinem Leben Priorität hat – oder auch nicht. Doch die moderne Theologie hat das Fundament, die Heilige Schrift, in der Luft zerrissen.
Moderne Theologie heute, in einem Satz:
Der HERR kommt noch lange nicht.
Moderne Theologie in 5 Jahren, in einem Satz:
Der HERR kommt gar nicht mehr.
Das ist die „Evolution“ der historisch kritischen Methode zur Auslegung der Bibel.
Resultat: Jesus kommt gar nicht mehr, gleichgeschlechtliche Ehen sind eine Bereicherung für die Gesellschaft, GOTT ist queer und Wahrheit ist relativ.
Wer könnte hinter sowas stecken?
Ist doch logisch. Satan.
Und warum? Weil er unter allen Umständen verhindern möchte dass GOTTES Volk aufwacht, der Welt endgültig den Rücken kehrt, sich vorbereitet – und mit unbeschreiblicher Freude der Wiederkunft unseres Erlösers entgegenfiebert.
In dem Buch „Leben und Wirken von Ellen White“ schreibt sie auf Seite 30 etwas sehr bemerkenswertes:
„Dennoch beobachtete ich, dass einige von denen, die da behaupteten geheiligt zu sein, einen bitteren Geist bekundeten, wenn über die baldige Wiederkunft Christi gesprochen wurde. Dies schien mir keine Bekundung der Heiligung zu sein, die sie zu haben bekannten. Ich konnte NICHT verstehen, warum Prediger von der Kanzel SO gegen die Lehre von der Nähe der Wiederkunft Christi kämpfen sollten.“
Dem schließe ich mich an. Ich kann es genauso wenig verstehen.
Möge der HERR die ewige, himmlische Heimat zu unserer größten und kraftvollsten Sehnsucht machen, so dass unser Herz davon überquillt. Den Rest erledigt der Mund.
GOTT helfe uns dabei.