Andacht

Andacht 16.12.’24

„Der Zöllner aber stand ganz abseits und wagte nicht einmal seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und sagte: GOTT, SEI MIR SÜNDER GNÄDIG!“
(Luk. 18, 13)

Ein äußerst bedeutsames Thema:
Der Mensch und die Sünde.
In den letzten Jahrzehnten hat sich ein sehr besorgniserregender Trend entwickelt, der einem fast schon das Blut in den Adern gefrieren lässt. Man konnte die „Entwicklungsphasen“ der Sünde – von einer einigermaßen gesunden biblischen – bis hin zur gegenwärtigen menschlichen Sichtweise mit tiefem Entsetzen beobachten. Ich versuche diese Entwicklungsstufen etwas zu „skizzieren:“
1. Sünde wird verabscheut und gemieden.
2. Sünde wird toleriert.
3. Sünde erhält eine Diskussionsplattform.
4. Sünde wird in Gesellschaft und Kirche etabliert.
5. Sünde erfreut sich immer größerer Beliebtheit.
6. Sünde ist zur absoluten Normalität geworden.
7. Sünde wird geliebt, gelebt – und sogar gelobt.
Dann kommt der moderne Mensch und fragt mit vorwurfsvollem Unterton:
„Warum lässt GOTT all das Leid zu, wenn er doch Allmächtig ist?“
Die Antwort darauf könnte einfacher gar nicht sein:
Weil der Mensch die Sünde, die in Folge immer zu Leid führt, nicht nur willkommen heißt, sondern ihr dazu noch alle Türen öffnet und den roten Teppich ausrollt…….. während er im gleichen Zuge dem Heiligen Geist die Türen nacheinander schließt. DAS ist der traurige Ist-Zustand in dieser Welt. Was erwartet der Mensch von GOTT, wenn er ihm vorwirft dass ER – trotz seiner Allmacht – all das Leid in dieser Welt zulässt? An dieser Stelle möchte ich etwas ENORM WICHTIGES deutlich machen:
GOTT schuf den Menschen mit einem absolut freien Willen – wodurch es ihm frei steht zu sündigen…….. oder eben nicht. Da Sünde jedoch – wie wir alle wissen – stets zu Leid führt, müsste GOTT also verhindern dass der Mensch sündigt bzw. ihn so „umprogrammieren,“ dass er gar nicht mehr sündigen kann.
Und nun finde den Fehler.
Verstehen wir JETZT, warum GOTT Leid nicht verhindert? Der Preis dafür wäre eine Armee von menschlichen Robotern, die IHM automatisch dienen, weil sie durch die Abschaffung des freien Willens NICHTS anderes tun könnten. Vielleicht mag jetzt der Einwand kommen:
„GOTT muss ja nicht die Sünde verhindern, sondern nur das Leid.“ An dieser Stelle möchte ich folgende Frage stellen:
Was tust du, wenn dein Nachbar in dein Haus einbricht, dir alle Wertsachen stiehlt – und du aufgrund deiner Überwachungskamera den deutlichen Beweis hast? Natürlich, du zeigst ihn an. Drei Monate später sitzt du als Geschädigter und Zeuge bei der Gerichtsverhandlung. Der Richter fragt den Angeklagten:
„Sind Sie nachts um 3 Uhr, in vollem Bewusstsein ins Haus ihres Nachbarn eingebrochen und haben ihm sämtliche Wertsachen gestohlen?“
Der Angeklagte würde antworten:
„Jawohl Herr Richter, das habe ich getan.“
Daraufhin würde der Richter sich erheben, den Hammer für den Urteilsspruch in die Hand nehmen und sagen: „Ok, dann Sie sind ein freier Mensch.“
Was wäre wohl deine Reaktion in diesem Moment? Ist doch klar…….. Empörung, Wut und völliges entsetzen über solch ein freches und beschämendes Urteil……. und das ganze zurecht.
Jetzt zurück zum eigentlichen Punkt, mit einer kurzen Analyse:
Sünde = der Einbruch und Diebstahl des Nachbars.
Die eigentliche Folge = seine Verurteilung.
WIE begeistert wärst du, wenn dein Nachbar fortan jeden Monat bei dir einbrechen, sich bereichern…….. und der Richter ihn jedes mal aufs neue freisprechen würde?
Soviel zum Thema „Leid bzw. Folgen der Sünde verhindern.“ Würde GOTT tatsächlich die Folgen der Sünde verhindern, würde er nicht nur ungerecht handeln, sondern – was noch weitaus schlimmer wäre – der Sünde ihre Legitimation und Berechtigung erteilen.
Durch den leichtfertigen Umgang des Menschen mit der Sünde, hat der Fürst dieser Welt – also Satan – riesige Felder erobert und nahezu die gesamte Menschheit im Würgegriff.
Doch der Heilige Geist ist weitaus mächtiger. Im Buch „Das Leben Jesu,“ Seite 670, schreibt Ellen White:
„Der Hang zum Bösen war jahrhundertelang gestärkt worden, und die Unterwerfung der Menschen unter diese satanische Knechtschaft war höchst bestürzend. NUR durch die machtvolle Kraft der dritten Person der Gottheit, konnte der Sünde widerstanden und sie überwunden werden. Der Heilige Geist sollte NICHT in beschränktem Maße, sondern in der FÜLLE göttlicher Kraft über ihnen ausgegossen werden.“
Ja, er ist in der Lage, aus dem schlimmsten Verbrecher den größten Nachfolger Jesu zu machen.
Mein geschätzter Freund, die Folgen der Sünde im Leben eines Menschen sind weitaus schlimmer als wir je annehmen würden. Sünde TRENNT vollständig von GOTT – und damit vom Leben. Ein Sünder würde in der Gegenwart GOTTES niemals bestehen können. In der Schrift finden wir eine sehr interessante Passage, in der uns über eine Begegnung eines mächtigen Engels GOTTES mit einem Menschen berichtet wird. Es handelt sich um den Propheten Daniel. Lasst uns schauen was dort geschah:
„Und ich blieb allein zurück und sah diese gewaltige Erscheinung, und mir blieb KEINE Kraft. Und die Farbe wich aus meinem Gesicht bis zur Unkenntlichkeit, und ich behielt KEINE Kraft.“(Dan. 10,8)
Wenn bereits die Gegenwart eines Engels solch eine immense Auswirkung auf den sündigen Menschen hat……… was würde erst sein, wenn GOTT persönlich vor uns steht? Freunde, Sünde ist kein Bagatelldelikt. Was ist der richtige Umgang mit ihr? Hier die Antwort:
„Der Zöllner aber stand ganz abseits………und sagte: GOTT, SEI MIR SÜNDER GNÄDIG!“
Die Erkenntnis der wahren Natur der Sünde, sowie der damit verbundenen Reue und Umkehr, ist der einzige Weg zur Rettung. Die große Frage jedoch lautet:
Möchte ich dem Zeitgeist die Hand reichen, indem ich Sünde bagatellisiere und legitimiere…….oder möchte ich sie dem Heiligen Geist reichen, indem ich ihm die Tür zu meinem Herzen öffne, damit ER mit den Aufräumarbeiten beginnen kann?
Möge der HERR uns segnen Freunde.