Andacht 12.7.’24
„Zieht nun an als Auserwählte GOTTES, als Heilige und Geliebte: herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Langmut! Ertragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn einer Klage gegen den anderen hat; wie auch der HERR euch vergeben hat, so auch ihr!“
(Kol. 3, 12-13)
Neulich las ich folgendes:
„Wenn du dich rächst, bist du für einen Moment glücklich. Wenn du vergibst, dein ganzes Leben lang.“
Eine profunde Wahrheit. Ich möchte sogar noch hinzufügen: Wenn du dich rächst, magst du für den Moment glücklich sein, aber die Schuldgefühle danach können umso schmerzhafter sein.
Ganz klar. Der Spruch da oben ist absolut richtig. Wir wissen das und soweit ist es auch einleuchtend.
Doch nun zur Realität. Die wiederum sieht leider oft ganz anders aus, nicht wahr? Wer von uns kann sagen dass er eine 100%-ige Selbstbeherrschung hat? Das er in jeder Situation, zu jeder Zeit die volle Kontrolle über sich besitzt?
Genau hier liegt der Has im Pfeffer. Theoretisch können wir das alle…….aber zwischen Theorie und Praxis passen manchmal ganze Welten – und wir erleben wie die Praxis uns täglich einholt.
Was tust du wenn du ungerecht behandelt wirst?
Was tust du wenn dir etwas in die Schuhe geschoben wird womit du nichts zu tun hast?
Was tust du wenn dir der Führerschein entzogen wird, obwohl du völlig normal gefahren bist, jedoch das Radargerät defekt war?
Ich könnte noch tausend Dinge aufzählen die uns im täglichen Leben begegnen. In dieser Welt ist Ungerechtigkeit an der Tagesordnung……….und das macht auch vor uns nicht Halt. An genau dieser Stelle möchte ich unsere Gedanken umlenken. Lasst uns auf jemanden blicken, dem Ungerechtigkeit täglich in seinem Leben begegnete. Es ist niemand geringeres als Jesus. Kaum ein Tag, an dem die religiösen Führer ihm nicht nachstellten, ihn nicht mit Fangfragen in die Knie zwingen……..oder mit sonstigen Mitteln ihm das Leben versalzen wollten.
Ganz besonders aber in seinen letzten Stunden. Da erlebte unser Erlöser enorm viel Leid und Ungerechtigkeit. In diesen letzten Stunden kann man Satans Hinterlist ganz besonders erkennen. Der Verrat durch Judas………die Anhörung im Haus des Hohepriesters mit korrupten Zeugen……..die heftigen Anklagen vor Pilatus die jeglicher Grundlage entbehrten………..dann noch die schmerzvollen Peitschenhiebe, die Ohrfeigen, die Dornenkrone usw. Bei alledem nicht EIN Widerwort von Jesus. Bereits Jesaja prophezeite in Kapitel 53,7 wie Jesus dem ganzen begegnen würde:
„Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund NICHT auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf.“
Ja, er ertrug es schweigend in aller Stille. Kein Gedanke der Rache, kein böses Wort. Ganz im Gegenteil, am Kreuz rief er noch:
„Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!“
Vielleicht befindest du dich gerade in solch einer Situation, wo dir jemand Unrecht getan hat oder tut. Vielleicht bist du wütend und überlegst wie du es ihm heimzahlen kannst. Dann möchte ich dich von Herzen ermutigen, auf Jesus zu schauen. All das was er gelitten hat, war für Dich und mich. Mein Freund, WIR haben das verdient, was ER bekommen hat. Denk mal darüber nach. Nimm dir täglich Zeit, um über die letzten Stunden des Lebens Jesu nachzudenken. Ich möchte uns dazu ermutigen, denn dort steckt eine gewaltige Kraft. DORT am Kreuz, lernen wir Demut und Vergebung – und jeder böse Gedanke, sei es Rache, Hass oder Wut………was auch immer…….er wird verschwinden. Nimm dir Zeit, richte deine Augen auf’s Kreuz ins Angesicht Jesu – und du wirst die Träne seiner Liebe zu DIR über seine geschundenen Wangen hinabrollen sehen.
Wieviel hat ER um unseretwillen nur gelitten? Mein Freund, er litt auch für DEN, der DIR Unrecht getan hat. Ja, für ihn litt er sogar besonders, weil er schon lange im voraus sah wie Satan die Menschen durch Hass und Wut unter seine Kontrolle bringen möchte. Bete für deinen Feind, bete für DEN der dir Unrecht tut, denn er braucht Jesus sehr. Ob es ihm bewusst ist oder nicht, spielt keine Rolle. Aber solange es DIR bewusst ist, bete für ihn. Was die IMMENSE Kraft des Gebets anbetrifft, bedarf es an dieser Stelle keiner weiteren Worte. Wir werden im wahrsten Sinne des Wortes, wahre Wunder erleben. Die edelste Form einen Feind zu besiegen, ist, ihn zum Freund zu machen. Was bei den Menschen völlig unmöglich scheint, ist bei GOTT noch lange nicht der Fall. Und wenn dein „Widersacher“ GOTTES Angebot der Gnade bis zum Ende ablehnt, wird der HERR von ihm Rechenschaft fordern. Jesus sagte in seiner berühmten Bergpredigt nicht nur: „Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen…..“ ……….sondern lebte es auch. Spätestens am Kreuz wirst du es erkennen. Und wie befreiend das tatsächlich ist, können die schönsten Worte nicht beschreiben. Umso mehr sollten wir uns danach sehnen, es zu erleben.
Möge der HERR uns bei diesem Schritt ganz besonders helfen.