Andacht

Andacht 14.1.’25

„Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.“
(Joh. 8,7)

Wenn man diesen Vers so liest, könnte man fast mit einstimmen in Jesu Worte: „Ja, zeig´s ihnen! Diesen überheblichen, selbstgerechten barbarischen Pharisäern muss doch endlich mal der Mund gestopft werden!“ Nicht wahr?
Doch hier möchte Jesus uns etwas deutlich machen.
Wir leben heute in einer Gesellschaft totaler moralischer Entgleisung. Habgier, Selbstverwirklichung, Unzucht, Egoismus, Neid, Hass………es schreit schon lange zum Himmel. Die Welt ist komplett aus den Fugen geraten. Wer fragt noch nach GOTT? Wen interessiert noch sein Wort? Sind wir mal ehrlich zu uns selbst: Wenn andere Fehler machen, zeigen wir da nicht sofort mit dem Finger auf sie? Reden wir nicht manchmal noch Tage, Wochen und Monate darüber? Warum eigentlich?
Weil die Fehler der anderen uns „besser“ dastehen lassen. Wenn ich Selbstbewusstsein brauche, dann zeig ich mit dem Finger auf andere – vermeintlich schwächere – und schon fühle ich mich „besser,“ oder nicht? Hat Jesus im Gleichnis vom Zöllner und Pharisäer nicht genau DAS aufgezeigt?
„Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so: Ich danke dir, GOTT, dass ich NICHT bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner.“ (Luk. 18, 11)
Wie sieht es aber mit den eigenen Fehlern aus? Wie reagierst du, wenn dich mal jemand darauf aufmerksam macht? Kann es sein, dass wir im gleichen Moment eine innere Blockade und Schutzmauer aufrichten? Wer bekommt schon gerne Fehler vorgehalten?
Freunde, ein falsches Verhalten, ein Fehler – welcher Art auch immer – kann mir nur dann „nützlich“ werden, wenn ich ihn erkenne – und als Resultat davon beginne, an einer Verbesserung zu arbeiten.
DAS funktioniert jedoch nur dann, wenn ich mich auch zurechtweisen lasse. Die Gesellschaft heute predigt etwas ganz anderes. Geh deinen eigenen Weg, lass dir von niemandem was sagen, genieße dein Leben. Jesus hat den Fehler der Ehebrecherin NICHT unter den Teppich gekehrt. Er hat die Sünde auch nicht kleingeredet. Nichts dergleichen. Er hat zur Frau auch nicht gesagt:
„Mach dir nix draus, die sind alle viel schlimmer als du. Alles in Ordnung. Geh wieder nach Hause.“
Was hat Jesus tatsächlich getan? Er hat ihr die Tragik ihrer Sünden in einer äußerst liebevollen, mitleidsvollen Art „verdeutlicht,“ indem er zu ihr sagte:
„……..geh hin und sündige hinfort NICHT mehr.“ (Joh. 8,11)
Die Sünde wurde keineswegs bagatellisiert oder runtergespielt. Er vermittelte ihr NICHT das Gefühl, dass das was sie getan hat okay ist und sie sich keine Gedanken machen muss. Durch die Aussage: „sündige hinfort NICHT mehr„………gab er ihr zu verstehen, dass das was sie getan hatte definitiv NICHT in Ordnung war. Doch jetzt kommt das wichtigste: Sie verließ den Ort nicht mit dem Gefühl ein Versager und Taugenichts zu sein, sondern mit der Freude der Vergebung in ihrem Herzen.
Wie gerne hätten die Pharisäer gesehen wie Jesus ihr die Leviten gelesen – und sie nach allen Regeln der Kunst runtergeputzt hätte.
Doch anstelle dessen, empfing sie VIEL Liebe und VIEL Vergebung, wodurch ihr Herz so tief berührt wurde, dass sie es später GOTT übergab. Denen jedoch die ihre Steine schon wurfbereit hielten, nahm Jesus mit den Worten “…..wer von euch OHNE Sünde ist…..“ jeglichen Wind aus den Segeln.
Freunde, wer von uns ist ohne Sünde? Niemand! Deswegen sollten wir uns – bevor wir zum ersten Stein greifen – die Frage stellen: Wo stehe ich? Vielleicht habe ich mehr Steine verdient als jeder andere. Doch Jesus will keine Steine werfen, sondern möchte dass uns diese enorm wichtige Tatsache dass wir Sünder sind bewusst wird – um dann mit unseren Fehlern und Schwächen zu IHM zu kommen……..denn bei IHM gibt es gibt es viel Liebe und viel Vergebung. Die Bedingung dafür: Reue.
Noch schenkt der HERR uns Zeit dafür. Freunde, lasst uns diese überaus kostbare Gelegenheit nutzen und damit beginnen, uns Jesus ganz hinzugeben. Andernfalls, wenn wir in Sünde verharren, wird GOTTES Wort uns richten.
Möge der HERR uns gnädig sein, damit wir uns mit allem Ernst auf seine bevorstehende Wiederkunft vorbereiten.