Andacht 14.10.’24
„Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde.“
(Hebr. 4,15)
Es ist die schönste und ehrenvollste Einladung die ein Mensch je bekommen kann. Die Einladung Jesu, IHM die Hand zu reichen. Ich glaube nicht dass wir die tatsächliche Größe dieses Aktes begreifen. Lass dir folgendes einfach mal auf der Zunge zergehen:
GOTT selbst, dem ALLES gehört, der von nichts und niemandem abhängig ist, und vollste, uneingeschränkte Souveränität besitzt……..dieser GOTT neigt sich zu dir und mir schmutzigem Sünder herab, geht uns nach und sucht uns von ganzem Herzen.
Wie gerne möchte er dir helfen, wie gerne dir vergeben, wie gerne dich ermutigen weiter zu kämpfen…….und wie gerne möchte er dich trösten und aufrichten.
Doch was ist das unglaublich faszinierende an Jesu‘ Dienst als Hohepriester?
Dazu folgender Vergleich:
Wenn z.B. große Führer aus Wirtschaft oder Politik etwas beschließen, hört man im Volk – sicherlich auch oft zurecht – immer mal wieder folgendes:
„Die haben gut reden. Wie kompliziert und nahezu unmöglich die Umsetzung in der Praxis ist, davon haben sie mal wieder keine Ahnung. Sollen sie doch mal herkommen und ein Jahr hier arbeiten……..dann werden sie schnell kapieren.“
Ich denke dass wir als normales „Fußvolk“ solche Dinge schon zu Haufe erlebt haben – und erleben es immer wieder. Es werden so manche Beschlüsse gefasst und Gesetze verabschiedet, die in der Praxis kaum durchführbar sind. Doch schlagen wir jetzt mal die Brücke zu Jesus, unserem Vermittler und Anwalt. Jeder von uns hat Kämpfe im Leben. Probleme, Sorgen, Konfrontationen, eigene Schwächen über die wir immer wieder stolpern………all das ist „Normalzustand“ in dieser von Sünde zerfressenen Welt. Vielleicht sagst du in diesem Moment:
„Die Bibel hat leicht reden. Mein Problem ist furchtbar kompliziert. GOTT sitzt im Himmel auf seinem Thron und schaut entspannt zu, wie ich mich mit meinen Sorgen plage und abmühe.“
Fehlalarm mein Freund! Im Gegensatz zu irgendwelchen Führungskräften in dieser Welt, von denen einige ihr Leben lang noch nie eine Schaufel in der Hand gehalten haben, verhält es sich bei Jesus gänzlich anders. ER hat die himmlischen Höfe und Paläste – eine unbeschreibliche Herrlichkeit die nicht in Worte zu kleiden ist – einfach verlassen, und hat Armut, Entbehrung, Demütigung, Misshandlung – ja, sogar den grausamen Tod bevorzugt. In Philipper 2, 6-8 sagt uns die Schrift:
„ER, der GOTT in ALLEM gleich war und auf EINER Stufe mit ihm stand, nutzte seine Macht nicht zu seinem eigenen Vorteil aus. Im Gegenteil: Er verzichtete auf ALLE seine Vorrechte und stellte sich auf dieselbe Stufe wie ein Diener. ER wurde einer von uns – ein Mensch wie andere Menschen. Aber er erniedrigte sich noch mehr: Im Gehorsam gegenüber GOTT nahm er sogar den Tod auf sich; er starb am Kreuz wie ein Verbrecher.“
Nun, ich denke spätestens ab hier erleben wir einen grundlegenden Perspektivwechsel. Jesus versteht dich mit deinen Problemen, Sorgen und Kämpfen nicht nur gut, sondern viel besser als es je ein Mensch könnte. Das ist aber noch nicht alles, denn plötzlich nimmt das ganze eine „dramatische“ Wendung.
Was das Leiden anbetrifft, überholt Jesus dich und mich komplett. Warum? Schauen wir doch noch mal zum eben zitierten Philippertext:
„………ER wurde einer von uns – ein Mensch wie andere Menschen. Aber er erniedrigte sich NOCH mehr……“
Nicht genug, den täglichen Angriffen des Feindes ausgesetzt zu sein, entschied ER sich zu alledem auch noch freiwillig dafür, bis zum großen Finale auf Golgatha weiterzugehen. Unbegreiflich! Nicht umsonst rief Pilatus voller Ehrfurcht in Johannes 19,5 aus:
„SEHT, WELCH EIN MENSCH!“
Ja mein Freund, DAS hat Jesus für Dich – wie auch für mich getan. Ich möchte unsere Probleme und Nöte nicht kleinreden – doch ich denke dass uns dieser gewaltige Perspektivwechsel nicht nur viel Trost, Kraft und Zuversicht schenken wird, sondern auch fest ermutigt, im Kampf zu bleiben. Jesus hat weit mehr gelitten als es ein Mensch je könnte. Warum rief er der Verzweiflung nahe:
„Mein GOTT, mein GOTT, WARUM hast du mich verlassen?!“
Aufgrund der Sünde, ist uns Menschen der Zustand der Trennung von GOTT leider sehr gut bekannt. Aber ER, unser kostbarer Erlöser, kannte das NICHT! So etwas hatte er noch NIE erlebt. Die tägliche Gegenwart seines geliebten himmlischen Vaters war SEIN Lebensodem! Und so zerbrach durch diese Trennung, voller Schmerz sein Herz am Kreuz entzwei – so wie der Vorhang im Tempel.
Am Ende jedoch, verließ er das Grab als größter Sieger in der Geschichte des Universums. Verzweifle nicht an deinen Sorgen und Problemen. ER versteht dich viel besser als es je ein Mensch könnte – und ER lädt dich ein, ihm ALLE deine Sorgen zu übergeben. Schau auf IHN – und zweifle nicht mein Freund. Halte IHN fest so wie Jakob, und der Sieg – auch wenn du es dir momentan noch überhaupt nicht vorstellen kannst – ist dir gewiss!
Schau ich auf mich und meine Kraft, muss ich bekennen und sagen:
„Unmöglich, es zu schaffen!“
Schau ich auf IHN und SEINE Kraft, kommt die nüchterne Feststellung:
„Unmöglich, es NICHT zu schaffen!“
Der HERR segne uns.