Andacht

Andacht 27.3.’25

„Ein Vater war ich für die Armen, und den Rechtsstreit dessen, den ich nicht kannte, untersuchte ich.“
(Hiob 29,16)

Hier erhalten wir einen kleinen Einblick in Hiobs Leben – was er früher alles getan hatte und was ihm am Herzen lag. Ein Bereich davon war, sich um die armen Menschen zu kümmern. Er selbst war reich, doch sein Vermögen interessierte ihn wenig. Weder hing er daran, noch war es seine Sicherheit für’s Leben (wie es leider bei den meisten Menschen der Fall ist). Der HERR hatte ihn sehr reich gesegnet, damit er selbst zum Segen für die anderen werden konnte. Gibt es das heute noch?
Nun, wir leben in einer extrem egoistischen Gesellschaft. Vielleicht mag jetzt der Einwand kommen: „Nein, stimmt nicht. Die Menschen heute sind sehr spendenfreudig und geben viel für die Armen.“
An dieser Stelle möchte ich ein bisschen ausholen. Viele Menschen geben tatsächlich gerne. Das ist richtig. Doch was geben sie? Nehmen wir mal ein Beispiel: Die Medien berichten mal wieder von einem Promi, der für „Brot für die Welt“ 1-Million Dollar gespendet hat.
Woooow!!………Wahnsinns Aktion! Schwer begeistert! Eine stattliche Summe, nicht wahr? Damit kann einer beachtlichen Menge Kindern geholfen werden.
Doch jetzt tauchen wir mal etwas tiefer in die Materie ein. Der Promi ist Milliardär. In welcher Relation steht die gespendete Summe jetzt? Was ist eine Million im Vergleich zum restlichen Vermögen? Nun, was hat dieser Promi in Wirklichkeit gegeben? Einen kleinen Teil von seinem immensen Überfluss. Jetzt drehen wir die Sache mal kurz um, und du würdest dem Promi folgende Frage stellen:
„Bist du bereit zehntausend Dollar zu behalten und den kompletten Rest deines Vermögens zu spenden?“
Was denkst du, wie würde die Antwort lauten?
Freunde, ich denke wir haben verstanden worum es geht. Doch jetzt kommt die bittere Realität. Der normale Durchschnittsbürger macht es nicht anders. Natürlich spenden wir gerne…….. doch es tut kaum jemandem weh. Wir geben alle nur etwas von unserem Überfluss. In Markus 12, 42-44 lesen wir folgendes:
„Und es kam eine arme Witwe und legte zwei Scherflein ein; das ist ein Heller. Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt als ALLE, die etwas eingelegt haben. Denn sie haben alle von ihrem Überfluss eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut ihre GANZE Habe eingelegt, ALLES, was sie zum Leben hatte.“
DAS nenne ich mal echte Spendenbereitschaft. Warum hat diese Witwe mehr gespendet als der reiche Promi? Nun, ganz einfach: Sie gab nicht VON ihrem ganzen Vermögen, sondern ihr GANZES Vermögen. Ab hier betreten wir ein anderes Level. Jetzt reden wir nicht mehr von Spenden-, sondern Opferbereitschaft.
Was ist ein Opfer? Der Duden erklärt es folgendermaßen: „Persönlicher Verzicht; Hingabe von etwas zugunsten eines andern.“ Sowas nennt man auch aufopfern, richtig?
Wer ist heute, in dieser Ich-bezogenen, egozentrischen Gesellschaft noch bereit dazu? Spenden von seinem Überfluss kann jeder. Doch etwas opfern für das Wohl eines anderen…….. da hört der „Spaß“ auf, nicht wahr?
GOTT erwartet von uns keine Spendenbereitschaft – er erwartet Hingabe. Totale Hingabe.  Es gibt auch heute noch unzählige bedürftige Menschen in dieser Welt. Viel zu viele. Ich rede nicht nur von den materiell Armen, sondern auch von denen die eine andere Art von Hilfe brauchen. Menschen die einsam sind, Menschen die krank sind, Menschen die traurig und niedergeschlagen sind. Wieviel bin ich bereit dafür zu opfern? Sei es finanzieller Natur, sei es Zeit……… oder  auch der Verzicht auf etwas mir wichtiges, zu seinen Gunsten. Zu welcher Art von Menschen gehören wir? Zu denen die „spenden,“ oder zu denen die bereit sind Opfer zu bringen? Das größte Opfer brachte Jesus vor 2000 Jahren. Für Dich – und für mich. Kein Geld der Welt, kein Gold und keine Diamanten könnten das jemals aufwiegen.
Mein geschätzter Freund, glaub mir, der HERR wird kein Opfer ungesegnet lassen. Echte Opferbereitschaft gehört zu den höchsten – um nicht zu sagen der höchsten Stufe die man im Glaubensleben erreichen kann.
Warum?
Weil dadurch erkennbar ist, wieviel Jesus in Dir und mir tatsächlich lebt. Möge der HERR uns auch heute die Augen – und Herzen – für die Not unserer Mitmenschen öffnen und mit echter Opferbereitschaft füllen, damit auch uns die Worte Hiobs gelten: „Ich war ein Vater für die Armen.“
Das wünsche ich uns allen.