Andacht 7.10.’24
„Wer Unrecht tut, der tue weiter Unrecht, und wer unrein ist, der verunreinige sich weiter, und der Gerechte übe weiter Gerechtigkeit, und der Heilige heilige sich weiter! Und siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, um einem jeden so zu vergelten, wie sein Werk sein wird.“
(Offb. 22, 11-12)
Was für ernsthafte Worte.
Es ist mir unbegreiflich, wieviel Geduld der HERR mit uns hat. Wenn ich nur daran denke, wie oft ich ihn schon enttäuscht und ihm Kummer bereitet habe – er mir aber trotzdem seine Hand reicht – wird mir immer mehr bewusst, was für einen unglaublich barmherzigen GOTT wir haben. Und wenn ich mir dann noch die Kreuzigungsszene vor 2000 Jahren vorstelle, wie mein teurer Erlöser unter unsagbaren Qualen zwischen zwei Verbrechern hing – im vollen Bewusstsein, dass es meine Sünden waren die ihn so zugerichtet haben – dann bleibt mir nur noch die Kapitulation vor IHM übrig. Noch haben wir Gnadenzeit – und somit einen Hohepriester der für uns kämpft und einsteht vor dem Vater.
Lasst uns mal über folgendes Beispiel nachdenken:
Du musst aufgrund eines schweren Unfalls, den du wegen Trunkenheit am Steuer verursacht hast, vor Gericht. Doch bevor es soweit ist, besprichst du mit deinem Anwalt natürlich die Verteidigungsstrategie.
Dein Anwalt rät dir: „Die beste und größte Chance hast du DANN, wenn du deine Fehler einräumst und bereust.“
Was würde bei der Gerichtsverhandlung passieren, wenn dein Verteidiger plötzlich aufsteht, alles hinschmeißt, und mit den Worten………_“Ich kann dir wegen fehlender Einsicht und Starrsinnigkeit NICHT mehr helfen“_………den Gerichtssaal verlässt?
Ich denke spätestens dann wirst du ein echtes, ernstes Problem haben.
Wie verhält sich das ganze auf geistlicher Ebene?
Nun, wir können es 1 zu 1 übertragen. ALLE Menschen haben gesündigt, und sind damit schuldig geworden vor GOTT. Was für Folgen hat die Sünde? Ganz klar, den Tod. (Röm. 6,23)
Und was bewirkt sie im Leben? Jesaja sagt in Kapitel 59, 1-2 folgendes:
„Meint ihr, der Arm des HERRN sei zu kurz, um euch zu helfen, oder der HERR sei taub und könne euren Hilferuf nicht hören? Nein, sondern wie eine Mauer steht eure Schuld zwischen euch und eurem GOTT; wegen eurer Vergehen hat er sich von euch abgewandt und hört euch NICHT!“
Eine klare Ansage. Sie trennt uns von GOTT – was im Umkehrschluss Trennung vom Leben bedeutet. WIE soll unser Verteidiger und Hohepriester für uns einstehen, wenn wir uneinsichtig sind und in Sünde verharren? GOTT ist gnädig, barmherzig, voller Güte und Liebe. Doch er ist gewiss kein Spielball, und erst recht NICHT ungerecht.
In Psalm 45, 7-8 lesen wir:
„GOTT, dein Thron bleibt immer und ewig; das Zepter deines Reichs ist ein gerechtes Zepter. Du liebst Gerechtigkeit und hassest Frevel….“
Wie gerecht wäre GOTT, wenn er ALLE Menschen retten würde? Diejenigen, deren Leben bis zum Schluss von abgrundtiefer Bosheit und Ungerechtigkeit gekennzeichnet war, genauso wie diejenigen, die GOTT von Herzen liebten und mit IHM wandelten? Der Prophet Maleachi erinnert uns nochmal an etwas essenziell wichtiges:
„Da werdet ihr dann wieder den Unterschied sehen zwischen dem Gerechten und dem Gottlosen, zwischen dem, der GOTT dient, und dem, der ihm nicht dient.“ (Mal. 3,18)
Freunde, Gnade ist KEIN Freifahrtschein zum sündigen. In Römer 6,15 macht Paulus klar:
„Was nun, sollen wir sündigen, weil wir nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade sind? Auf keinen Fall!“
Unser himmlischer Anwalt und Verteidiger wünscht sich nichts sehnlicher, als dich gerecht und frei zu sprechen. Doch solange der Mensch die Grausamkeit der Sünde – und der damit verbundenen Notwendigkeit der Kapitulation vor GOTT nicht realisiert, kann der BESTE Anwalt und Verteidiger NICHTS tun. Der Prophet Hosea bringt es treffend auf den Punkt:
„Mein Volk geht zugrunde aus Mangel an Erkenntnis; denn du hast die Erkenntnis verworfen….“
Freunde, lasst uns die kurze Zeit der Gnade, die uns noch bleibt, nutzen. Nutzen, um unseren wahren Zustand zu erkennen, denn unser HERR kommt bald!